Sonntag, 1. Juli 2012

Unerwiderte Liebe

Wir Menschen sehen die Dinge gerne aus unserer Perspektive, alles muss sich um uns drehen. Doch wem ist mehr unerwiderte Liebe begegnet, als dem Herrn Jesus? Als Er auf dieser Erde war, um den Menschen die Liebe des Vaters zu zeigen, erfuhr Er die Ablehnung Seiner Geschöpfe. »Wenn ich nicht die Werke unter ihnen getan hätte, die kein anderer getan hat, so hätten sie keine Sünde; jetzt aber haben sie gesehen und doch gehasst sowohl mich als auch meinen Vater.« (Johannes 15,24; Elb.CSV)

Er konnte sagen, dass die Zurückweisung Seiner Liebe Sünde ist. Das kann keiner von uns. Im Gegenteil leben wir in der Gnadenzeit, der Zeit der christlichen Freiheit. Ein Bruder schrieb mir einmal: „im Rahmen dessen, was nach der Bibel richtig ist“ … „kann jeder“ … „ja oder nein sagen“.

Ein weltliches Sprichwort sagt: »Die Liebe, die am längsten währt, ist die unerwiderte Liebe«. Es scheint uns schwerzufallen solche Enttäuschungen zu akzeptieren. Die Täuschung weicht der Realität. Und eigentlich sollten wir darüber dankbar sein, aber stattdessen ziehen wir uns allzu oft beleidigt zurück, gekränkt, allein gelassen. Kann daraus etwas Gutes erwachsen?

Das Hohelied kennt den Ausdruck „krank vor Liebe“ (Hohelied 2,5 und 5,8), aber es drückt die Sehnsucht der Braut nach ihrem Geliebten aus (die auch erwidert wird!). Und in einem erweiterten, prophetischen Sinn die Sehnsucht des jüdischen Überrests der Drangsalszeit nach der Person des kommenden Messias.
Kehren wir zurück zu dem, was uns als Menschen in praktischer Beziehung geschehen mag und fragen wir auch hier: Was kann Gutes erwachsen aus einer anhaltenden Sehnsucht, deren Gegenüber nicht gewillt ist diese jemals zu erfüllen? Sind nicht Leid und Tränen, Qual und Schmerzen alles was wir dauerhaft ernten werden? [Auch wenn diese Gefühle selbstverständlich für eine gewisse Zeit und in einem gewissen Umfang nur normal sind. Es geht hier um das "darüber hinaus"!]

Betrachten wir nun noch einmal die christliche Freiheit von ihrer anderen Seite. „Im Rahmen dessen, was nach der Bibel richtig ist“, darf natürlich auch eine Ehe angestrebt werden, indem man zu ergründen versucht was eine andere Person für einen empfindet.
Paulus wusste einmal – wenn auch in anderem Zusammenhang – zu sagen: »Denn ich bin mir selbst nichts bewusst, aber dadurch bin ich nicht gerechtfertigt. Der mich aber beurteilt, ist der Herr.« (1. Korinther 4,4; Elb.CSV).
Wir können durchaus in der Situation stehen, das die Beweggründe unseres Herzens lauter sind und wir uns keiner falschen, egoistischen oder fleischlichen Motive bewusst sind. Und trotzdem wird die Liebe die wir empfinden – und die uns aufrichtiger als alles andere scheint – nicht erwidert. Lieber Freund, danke dem Herrn, wenn vor Ihm alles in einer guten Ordnung und einer guten Gesinnung geschehen ist. Und vertraue darauf das Gott in Seinen Regierungs- und Erziehungswegen mit Dir als ein liebender, himmlischer Vater handelt.

Aber auch diesen Punkt müssen wir beachten: Wir waren uns zwar nichts bewusst, aber es war doch etwas vorhanden, was dem entgegenstand das Gott seinen Segen auf eine Sache legen konnte. „Der mich aber beurteilt, ist der Herr“. Sollte uns das nicht immer wieder auch danach fragen lassen, wo wir geistlich stehen und was uns zu bestimmten Handlungen veranlasst (hat)? »Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne meine Gedanken!« (Psalm 139,23; Elb.CSV).
Und wenn wir dann erkennen dürfen, das tatsächlich vor ihm alles in einer guten Ordnung und einer guten Gesinnung geschehen ist, dann dürfen wir darüber einen tiefen Frieden haben. Wo sich aber etwas anderes zeigt, lasst uns Buße tun.

Der Apostel Paulus, welcher vieles zu erdulden hatte und schwere Wege von Gott geführt wurde, bezeugte einmal: »Groß ist meine Freimütigkeit euch gegenüber, groß mein Rühmen euretwegen; ich bin mit Trost erfüllt, ich bin ganz überströmend in der Freude bei all unserer Bedrängnis.« (2. Korinther 7,4; Elb.CSV).
Die Umstände des Lebens in die er hineingeführt worden ist, haben nicht dazu geführt das er voller Frustration, Hader oder Verzagtheit gewesen wäre. Ist es nicht so, dass »der Vater der Erbarmungen und Gott allen Trostes« (vgl. 2. Korinther 1,3) auch unserer Not begegnen will? Vertrauen wir doch mehr darauf, das es so ist, dann werden wir verstehen was es bedeutet „ganz überströmend in der Freude bei all unserer Bedrängnis“ zu sein. Der Apostel Paulus war es aufgrund der Geschwister (vgl. auch 1. Thessalonicher 3,7)! Wie wunderbar und segensreich ist doch eine von Gott gegebene Gemeinschaft, als Mittel zum Trost!

Ein alter Ausspruch besagt: „Menschen können enttäuschen*, aber Christus nie!“
Und von den Jüngern heißt es einmal: »Als sie aber ihre Augen erhoben, sahen sie niemand als Jesus allein.« (Matthäus 17,8; Elb.CSV).

* Wir sind in unserem Fall davon ausgegangen, das wir uns getäuscht haben und die verursachte Enttäuschung im Rahmen der christlichen Freiheit legitim ist. Es ist also keine Anklage, wenngleich ich auch diese letzte Sache noch deutlich sagen will: Auch für die Beweggründe und die Gesinnung die dazu führen eine Liebe nicht zu erwidern gilt, das derjenige der aber beurteilt, der Herr ist.

Freitag, 29. Juni 2012

Der Christus und Seine Gemeinde

Die Ehe gehört zu den wohl denkwürdigsten Bildern, die wir in der Schrift finden; und sie soll nach Gottes Willen auf die Verbindung zwischen dem Herrn Jesus Christus und Seiner Gemeinde gleichnishaft hindeuten. Die geistlichen Prinzipien die in Verbindung mit der Gemeinde stehen und eben zum Teil auch so in der Ehe wiedergefunden werden sollen, werden oft nicht verstanden. Und noch weniger finden sie Anwendung. Dies mag sowohl den traurigen Zustand vieler Gemeinden, wie auch vieler Ehen erklären.

Betrachten wir deshalb zwei Stellen aus dem Wort Gottes in dieser Hinsicht:
»Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht.« (1. Mose 2,18; Elb.CSV)
»Denn der Mann ist nicht von der Frau, sondern die Frau vom Mann; denn der Mann wurde auch nicht um der Frau willen geschaffen, sondern die Frau um des Mannes willen.« (1. Korinther 11,8-9; Elb.CSV)
Das diese göttlichen Wahrheiten in der Welt keinen Platz zugewiesen bekommen ist verständlich. Denn: »Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt wird;« (1. Korinther 2,14; Elb.CSV).

Leider haben darüber hinaus aber auch viele wahrhaftige Christen ihre Orientierung verloren. Das Aufbegehren der Geschlechter gegen die natürliche Ordnung, setzt sich in der Gemeinde fort. Dort wo der Herr Jesus Haupt sein soll, inmitten seiner Gemeinde, steht Er vor der Tür (vgl. die Gemeinde in Laodizea in Offenbarung 3,20). Und dort wo die Ehe ein Bild auf die Verbindung von Christus zu Seiner Gemeinde sein soll, wird die Hauptschaft des Mannes verächtlich gemacht.

Wir finden im ersten Brief an die Korinther einmal eine interessante Charakterisierung des Wesens Gottes: »Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens, wie in allen Versammlungen der Heiligen.« (1. Korinther 14,33; Elb.CSV).
Unordnung hat keinen Platz in der Gemeinde und auch nicht in der Ehe. Dort wo der durch Gott geschenkte Friede herrschen darf, gemäß Seinen Ordnungen, darf Sein Wesen widergespiegelt werden. Das ist etwas Gewaltiges, wenn wir auch nur einen Augenblick ehrlich darüber nachsinnen.

Wie viele Ehen werden wohl eingegangen mit dem aufrichtigen Wunsch im Herzen, diesem Bild von Christus und Seiner Gemeinde Ehre zu bereiten? Dort wo sich die Seinen zu Seinem Namen hin versammeln, tun sie es als Glieder verbunden mit dem Herrn Jesus Christus als Haupt. Aber dort, wo dies nicht mehr der Fall ist, eine Gemeinde in der Praxis autonom gegenüber dem Haupt handeln will, herrschen Unordnung und eigene von Menschen gemachte Satzungen (vgl. Kolosser 2,20) und Ideologien.

Dort wo die Schrift der Frau sagt, sie sei „um des Mannes willen“, sagt sie dem Mann, das es nicht gut sei „das der Mensch (eigentlich: „Adam“) allein sei“. Einige haben die Gnadengabe der Ehelosigkeit (wie Paulus in 1. Korinther 7 bezeugt), andere sind unfähig eine Ehe einzugehen (s. Matthäus 19,12) und wieder andere würden gerne heiraten, ohne die Möglichkeit hierzu zu haben. Und doch sollten wir davon ausgehen, das der normale Weg für einen Mann und für eine Frau - auf die obige Sonderfälle nicht zutreffen - die Ehe sein wird. Dies ist auch die Erwartung, die Hoffnung und die Freude des Autors dieser Zeilen.

Wollen wir doch danach trachten, den Ratschluss Gottes in Bezug auf Seine Gemeinde und in Bezug auf das was Er durch die Ehe ausdrücken und geben will, besser zu verstehen. Und wo uns Weisheit mangelt, will Er sie uns gerne geben: »Wenn aber jemand von euch Weisheit mangelt, so erbitte er sie von Gott, der allen willig gibt und nichts vorwirft, und sie wird ihm gegeben werden.« (Jakobus 1,5; Elb.CSV). Wie anders sollte eine Gemeinde oder eine Ehe denn gesegnet werden, als allein durch Gott? Er hat seinen Platz nicht vor der Tür, sondern inmitten Seiner Gemeinde; und möge dies doch auch in den Ehen genauso bildhaft dargestellt werden.

Dienstag, 5. Juni 2012

Notwendige Konsequenzen

„Was muss noch alles passieren, bis endlich einmal Konsequenzen gezogen werden?“ – Dies ist eine Frage die sich ernsthafte Christen immer und immer wieder (in Bezug auf so manche kirchliche Entwicklung) gestellt haben. Und nicht wenige haben dann für sich persönlich den Weg aus toten religiösen Systemen gefunden.

Wilfried Plock, Vorsitzender der Konferenz für Gemeindegründung, formulierte einmal:
»Wenn wir dem Herrn und unserer Kirche nicht gleichzeitig treu sein können, dann sollten wir Konsequenzen ziehen!« 
Quelle: http://www.kfg.org/download/artikel/plock-kirchenaustritt.pdf

In diesem sehr lesenswerten Aufsatz lässt Bruder Plock dann auch C. H. Spurgeon zu Wort kommen, der zurecht auf folgendes hinwies:
»Es ist die eindeutige Pflicht eines ehrlichen Christen, den Kreis derer zu verlassen, die vorgeben, Christen zu sein, aber das Wort Gottes verletzen und die Grundlagen des Evangeliums verwerfen. Sich mit dem Irrtum einlassen, macht es dem besten Menschen unmöglich, gegen ihn vorzugehen.«
Quelle: ebenda
Wer sich etwas näher mit dem Leben Spurgeons beschäftigt wird auf die erstaunliche Tatsache stoßen, das dieser die Baptisten-Union aus eben den obig genannten Gründen verlassen hat. Ein Biograph schrieb:
»Am 28 Oktober verließ Spurgeon die Union, und in der November-Ausgabe (1887) von The Sword and the Trowel nannte er seinen Grund. Die Union gab dem denominationellem Frieden den Vorrang gegenüber der Pflicht, mit Irrlehren aufzuräumen, und machte, indem sie Sünden duldete, den Austritt für Christen somit unumgänglich:« (...)
»Ja, wir haben das verwerfliche Schauspiel vor uns, dass erklärtermaßen orthodoxe Christen öffentlich ihre Einheit mit jenen beteuern, die den Glauben verleugnen, und kaum einen Hehl aus ihrer Verachtung für jemanden machen, der es nicht fertigbringt, sich so grober Untreue gegen Christus schuldig zu machen. Um ganz deutlich zu werden, wir sehen uns außerstande, diese Gebilde christliche Vereinigungen zu nennen, sie sehen zunehmend nach Bündnissen des Bösen aus …«
Quelle: Iain H. Murray, C. H. Spurgeon – wie ihn keiner kennt, 2. Auflage. Hamburg, RVB, 1999

Vor diesem Hintergrund ist das Folgende durchaus erwähnenswert, ein erfreulicher erster Schritt, dem m.E. weitere folgen sollten. Doch! Ich freue mich wirklich über solche Frauen und Männer, die noch nicht völlig gleichgültig geworden sind, sondern einen Eindruck von der Heiligkeit Gottes haben!
Quelle: Screenshot - http://www.evangelisation.biz/aktuell/ - vom 04.06.2012
 So dürfen wir uns auch jene zum Vorbild nehmen, von denen der Prophet Maleachi einst bezeugte:
»Da unterredeten sich miteinander, die den HERRN fürchten, und der HERR merkte auf und hörte; und ein Gedenkbuch wurde vor ihm geschrieben für die, die den HERRN fürchten und die seinen Namen achten.« (Maleachi 3,16; Elb.CSV)

Sonntag, 27. Mai 2012

Bibelclips und was wir daraus (nicht) lernen

Schon seit einiger Zeit strahlt der Fernsehsender RTL sogenannte „Bibelclips“ aus. Und die Frage ist durchaus berechtigt, was Die Heilige Schrift im Umfeld eines doch recht niveauarmen Senders zu suchen hat. Beides ist letztlich nicht miteinander in Einklang zu bringen, wie sich an einem einzigen Beispiel leicht zeigen lässt.

So wird die Sendung DSDS Kids (ein „Talentwettbewerb“ für Kinder) mit folgendem Bibelvers verknüpft: „Freu dich in deiner Jugend, sei heiteren Herzens in deinen frühen Jahren. Geh auf den Wegen die dein Herz dir sagt zu dem was deine Augen vor sich sehen.“ (Kohelet 11,9)

Wie tendenziös dieses Zitat ist, sieht man, wenn man es im Kontext betrachtet: »Freue dich, Jüngling, in deiner Jugend, und dein Herz mache dich fröhlich in den Tagen deiner Jugendzeit, und wandle in den Wegen deines Herzens und im Anschauen deiner Augen; doch wisse, dass für dies alles Gott dich ins Gericht bringen wird. Und entferne den Unmut aus deinem Herzen, und tu das Böse von deinem Leib weg; denn die Jugend und das Mannesalter sind Eitelkeit.« (Prediger 11,9-10; ElbCSV)

Ein Bruder schreibt hierzu sehr treffend:
»…die Ankündigung des Gerichts ist ebenfalls ein Teil davon. „Freue dich, Jüngling, in deiner Jugend.... und wandle in den Wegen deines Herzens... „. Das ist die Philosophie vieler junger Leute, die sorglos dahinleben. Aber der Schluss des Satzes sollte sie zum Nachdenken bringen: ...doch wisse, dass um dies alles Gott dich ins Gericht bringen wird“ (Vers 9). Ja, Gott wird Rechenschaft von dir verlangen über jeden Genuss: Für wen und für was hast du gelebt? Nicht alles beschränkt sich auf diese Erde. Es gibt einen Gott, und dieser Gott ist Richter. Freund, der du noch nicht bekehrt bist, möchte diese Warnung dich zum 1. Vers des 12. Kapitels führen.«

Jean Koechlin, Ährenlese im Alten Testament, Band 3 Sprüche - Maleachi, Beröa-Verlag Zürich

In der Vergangenheit musste derselbe Bibelvers schon einmal (in abgewandelter und ergänzter Form) für die Love-Parade herhalten. Dabei wird eine billige, unbeständige und der Bibel entgegengesetzte Freude proklamiert, der Paulus – aus dem Gefängnis schreibend – entgegenzusetzen weiß: »Freut euch in dem Herrn allezeit! Wiederum will ich sagen: Freut euch!« (Philipper 4,4; ElbCSV).

Aber auch über diesen Vers lohnt es sich nachzudenken:
»Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung eures Sinnes, dass ihr prüfen mögt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.« (Römer 12,2; ElbCSV).

Hierzu schrieb Aiden W. Tozer einmal:
Die Annahme, die Menschen seien geboren, »um glücklich zu sein«, wird in der heutigen Gesellschaft von kaum einem infrage gestellt, und die Auswirkungen dieses modernen Hedonismus spürt man auch im Volk Gottes.
Das christliche Evangelium wird nur allzu oft als Mittel zum Glücklichsein, zu Herzensfrieden und Sicherheit angepriesen. Es gibt sogar solche, die die Bibel zum »Relaxen« benutzen – so, als sei sie eine Droge.
Wie falsch das ist, kann man leicht entdecken, wenn man das Neue Testament einmal ganz und unter ernstem Nachdenken liest. Dort liegt der Nachdruck nicht auf Glück, sondern auf Heiligkeit. Gott interessiert sich mehr für den Zustand unserer Herzen als für den Zustand unserer Gefühle.
Ohne Zweifel bringt der Wille Gottes denen, die gehorsam sind, am Ende Freude. Aber die wichtigste Angelegenheit ist nicht, wie glücklich wir sind, sondern wie heilig!
Das kindische Geschrei nach Glück kann zu einer richtigen Falle werden, weil man sich leicht betrügen kann, indem man eine Religion der Freude kultiviert, ohne das dazugehörende gerechte Leben zu praktizieren.
Für alle, die das Gesagte ernst nehmen, habe ich einen Vorschlag: Geh zu Gott und verschaffe dir Klarheit. Sag Ihm, du wollest gern heilig sein, koste es, was es wolle – und bitte Ihn niemals, dir mehr Freude als Heiligkeit zu geben! Sei dir sicher: Du wirst am Ende genauso froh sein, wie du heilig bist. Aber im Augenblick richte dein ganzes Verlangen darauf, Gott zu dienen und Christus ähnlich zu werden!

A. W. Tozer, Verändert in Sein Bild - Tägliche Andachten, 2. Auflage 2012, CLV, Bielefeld

Mittwoch, 11. Januar 2012

Momentaufnahmen - Nr. 3

= Kurze Gedankenimpulse, die sich aus persönlichen Kontakten und den jahrelangen Forendiskussionen, Bibelstudien, etc. ergeben haben. Zum Teil zum besseren Verständnis leicht abgewandelt.

Diesmal: Aus einer persönlichen Email, die ich einem Bruder bezüglich der Entwicklung bei ProChrist am 10. März 2006 schrieb.

Einen Punkt, der mich nachdenklich gemacht hat, will ich ansprechen. Ich fragte mich: Was sagt die Bibel über die Zusammenarbeit mit Ungläubigen und Irrlehrern in geistlichen Bereichen? Ich kam zu dem Ergebnis, das Gott dies untersagt. Du hast selbst eine Bibel um diesen Punkt näher zu erforschen.
Als ich daraufhin die Realität bei ProChrist näher betrachtete zeigte sich nicht nur eine Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche, sondern auch mit liberalen Kirchenvertretern, die nachweislich die Auferstehung Jesu Christi leugnen. ... Wie verantworten wir das vor Gott? Und wie können wir dies biblisch begründen?
Die Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche setzt sich hinweg über die Transsubstantiation, das Fegefeuer, die Ablässe, die Heiligenverehrung und all die übrigen Lehren des falschen römischen Evangeliums der Rituale und Werke.

Und nun? Mitmachen oder Abwenden? Letztlich wurde dies für mich zu einer Entscheidung über Gehorsam oder Ungehorsam gegenüber dem, was ich in Gottes Wort gefunden hatte. Ich bin nicht gegen ProChrist, sondern ich wünsche mir das diese Evangelisation zur Ehre des Herrn an seinem Wort ausgerichtet wird. Ja, vielleicht ist ProChrist dann kleiner, vielleicht machen weniger Gemeinden mit und vielleicht erreicht man weniger Leute. Aber ich bin davon überzeugt das gerade dieser Gehorsam einen weitaus größeren Segen bringen würde, als die falschen Kompromisse die jetzt aktuell sind.

Ein allerletzter Punkt, der mein Gewissen am meisten beschwert hat: Werden wir nicht schuldig an denjenigen Jungbekehrten, die wir sehenden Auges in nichtbibeltreue Gemeinden führen? Sicher, wir werden dies bei Großevangelisationen nie gänzlich ausschließen können, aber darum geht es nicht. Es geht darum: Dürfen wir sie absichtlich und bewusst in solche Gemeinden hineinführen, von denen wir wissen, dass sie irrgeistige oder tote Gemeinden sind?

Eine Umfrage zeigte, dass 76% durch Freunde und Verwandte zum Glauben und zu einer Gemeinde kamen. Nur 5% durch Großevangelisationen. Das macht mir Mut, denn es zeigt wie wichtig unser persönliches Zeugnis ist und dass es durch nichts ersetzt werden kann. Und damit schließe ich: Was tun wir, damit unsere Mitmenschen das Evangelium von Jesus Christus erfahren?

Momentaufnahmen - Nr. 2

= Kurze Gedankenimpulse, die sich aus persönlichen Kontakten und den jahrelangen Forendiskussionen, Bibelstudien, etc. ergeben haben. Zum Teil zum besseren Verständnis leicht abgewandelt.

Diesmal: Aus einer persönlichen Email, die ich einem Bruder im Rahmen der aktuellen Eurokrise schrieb:

Die Erweckungsbewegung des 18./19. Jahrhunderts war auch geprägt von der Naherwartung des Herrn. Ich meine nicht Dich, aber viele Christen scheinen nur noch eine Naherwartung der Krise zu haben. Wenn das dann aber die christliche Hoffnung ist, die Menschen vermittelt wird, dann ist das beschämend und traurig.

Sonntag, 2. Oktober 2011

Was man über das Papsttum wissen sollte!

Es wäre gut, wenn die Notwendigkeit für diese Zeilen nicht bestehen würde. Schon Judas bedauerte:
»Geliebte, während ich allen Fleiß anwandte, euch über unser gemeinsames Heil zu schreiben, war ich genötigt, euch zu schreiben und zu ermahnen, für den einmal den Heiligen überlieferten Glauben zu kämpfen.« (Judas 3; ElbCSV.)
Das man es heute aufgegeben hat für diesen Glauben zu kämpfen, sieht man jüngst an dem Buch „Lieber Bruder in Rom!: Ein evangelischer Brief an den Papst“, in welchem unter anderem auch Ulrich Parzany neben 17 weiteren evangelischen „Christen“ zu Wort kommt.
»Die 18 evangelischen Christen formulieren in ihren Aufrufen reichlich verschiedene Einschätzungen, wie die Ökumene zwischen Protestanten und Katholiken ganz praktisch aussehen kann.«
Quelle: http://www.pro-medienmagazin.de
Wo also liegt das Problem?
»Wir bestimmen, dass der Heilige Apostolische Stuhl und der römische Bischof den Vorrang über den ganzen Erdkreis innehat, weiter, dass dieser römische Bischof Nachfolger des Heiligen Petrus, des Apostelfürsten, wahrer Stellvertreter Christi, Haupt der gesamten Kirche und Vater und Lehrer aller Christen ist.« (Konzil zu Florenz, 1438-1445)
Lassen Sie sich von der Jahreszahl nicht irritieren, die Lehren Roms in dieser Frage sind heute keine anderen als damals. Wir wollen uns vielmehr mit einigen Titeln des Papstes hier kurz beschäftigen:

Heiliger Vater
Die Aufforderung des Herrn Jesus an seine Nachfolger ist eindeutig und daher auch nicht schwer zu verstehen: »Ihr aber, lasst euch nicht Rabbi nennen; denn einer ist euer Lehrer, ihr alle aber seid Brüder. Nennt auch niemand auf der Erde euren Vater, denn einer ist euer Vater der im Himmel ist.« (Matthäus 23,8-9; ElbCSV)

Haupt der gesamten Kirche
»wie auch der Christus das Haupt der Versammlung ist; er ist des Leibes Heiland.« (Epheser 5,23b; vgl. auch Epheser 1,22 u. Kolosser 1,18)

Stellvertreter Christi (auf Erden)
»und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Sachwalter geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch [ihn] kennt. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. Ich werde euch nicht verwaist zurücklassen, ich komme zu euch.« (Johannes 14,16-18; ElbCSV)

Oberhirte / Erzhirte
»Und wenn der Erzhirte offenbar geworden ist, so werdet ihr die unverwelkliche Krone der Herrlichkeit empfangen.« (1. Petrus 5,4; ElbCSV)

Zusammenfassung
Der Oberhirte und Haupt der Kirche ist der Herr Jesus selbst, während der Titel „Heiliger Vater“ (s. Johannes 17,11) allein Gott zusteht. Der Stellvertreter des Herrn Jesus auf dieser Erde ist der Heilige Geist. Damit ist klar, dass sich der Papst widerrechtlich mit Ehrenbezeichnungen schmückt die allein Gott zustehen.

Es stellt sich die Frage, wie man hier von "Ökumene zwischen Protestanten und Katholiken ganz praktisch" reden kann. Und ich erinnere an zweierlei, dass Charles H. Spurgeon einst schrieb:
»Ich würde meine geliebte Kirche lieber untergehen und in Stücke brechen sehen, als wiedervereint mit der götzendienerischen Kirche Roms. Anstatt noch einmal päpstlich zu werden, wäre es für sie besser, sie stürbe!«
»Absonderung von solchen, die grundlegenden Irrtum dulden oder untergehenden Seelen das "Brot des Lebens" vorenthalten, ist nicht Spaltung, sondern das, was die Wahrhaftigkeit und das Gewissen und Gott von allen verlangen, die treu erfunden werden wollen.«
Quelle: zitiert nach: Iain H. Murray, C. H. Spurgeon - wie ihn keiner kennt, 2. Auflage, RVB, 1999
Warum nur ist diese Treue, wie ein Spurgeon sie einst durch alle Widerstände hindurch trug, heute so selten? Möge doch Gott mehr Männer und Frauen mit einem solchen Bekennermut geben. Das weltförmige Christentum mag alle Unterschiede verwischen, aber die echten Gläubigen sollten dem nicht folgen, sondern wie Luther - den man im Übrigen auf dem Cover des Buches an den Papst  abbildete - festhalten:
»Also glaubt der Papst auch, ein Christ müsse mit eigenen Werken sich den Himmel fördern: aber es ist ein falscher Glaube; denn es mangelt am Wort und der Zusagung. Also kann es wohl sein, daß man den Glauben hat, das ist, man versieht sich etwas und hofft etwas; aber weil es am Wort mangelt, ist es kein rechter Glaube, sondern ein bloßer unbegründeter Wahn, aus dem nie etwas wird.«
Wer dies nicht deutlich zu sagen bereit ist, handelt wie die Schriftgelehrten und Pharisäer, die das Reich der Himmel vor den Menschen verschlossen (vgl. Matthäus 23,13)
Damit soll keinesfalls gesagt sein, dass es nicht auch wahre Gläubige innerhalb der römischen Kirche gibt, gleichwie sich Gott in jeder Denomination einen Überrest bewahrt hat. Diese Geschwister sollten sich allerdings ernstlich fragen, ob die unbußfertige Kirche Roms wirklich ihre geistliche Heimat sein soll; oder ob Wahrhaftigkeit und Treue nicht ein anderes Zeugnis nötig machen würde.