Montag, 11. Juli 2011

David und Achan

Es ist naheliegend und schon oft wurde die Buße der Könige David und Saul miteinander verglichen. Beide könnten unterschiedlicher nicht sein; eine echt, die andere nicht. Beide hatten gegen Gott gesündigt und waren durch Propheten zur Buße gerufen worden. Durch Propheten – d.h. Gott redete nicht mehr direkt zu ihnen selbst. In einen solchen Zustand können auch wir fallen, das Gott nur noch durch andere zu uns reden wird.

Hier aber soll es nun um Achan gehen. Auch er hatte gegen Gott gesündigt. Bei David waren es Ehebruch und Mord gewesen (um nur zwei Dinge aus einer langen Kette an Sünden herauszugreifen. Achan verstieß gegen ein ausdrückliches Gebot Gottes und behielt beim Fall Jerichos etwas von dem Verbannten zurück.
Auf die weiteren Umstände und Hintergründe müssen wir hier nicht eingehen. Es ist viel wichtiger zu wissen, dass es für Davids Sünde nach dem mosaischen Gesetz kein Opfer mehr gab, das er hätte bringen können für seine Schuld. Als Strafe für sein Vergehen war der Tod gesetzt. Wie Achan, der gesteinigt wurde, hätte er getötet werden müssen – und doch wird ihm Vergebung zuteil.

Wir fragen uns zweifellos, warum dem einen vergeben wurde und dem anderen nicht. Ein Bruder schreibt zu Achan: »Aber Jehova* nahm dies Bekenntnis nicht an, das nur deshalb zustande gekommen war, weil Leugnen zwecklos geworden war.« [1] [* oder Jahwe]
Aber war dies bei David wirklich anders? War es nicht Nathan, der vor den König trat und dessen Sünde ans Licht brachte – ebenso wie Josua es bei Achan getan hatte? Und nachdem Nathan ihm das Gericht Gottes angekündigt hatte…
»Da sprach David zu Nathan: Ich habe gegen den HERRN gesündigt. Und Nathan sprach zu David: So hat auch der HERR deine Sünde weggetan, du wirst nicht sterben.« (2 Samuel 12,13; ElbCSV)
Achan hatte gesagt:
»Und Achan antwortete Josua und sprach: Ja, ich habe gegen den HERRN, den Gott Israels, gesündigt, und so und so habe ich getan: Ich sah unter der Beute einen schönen Mantel aus Sinear und 200 Sekel Silber und eine goldene Stange, 50 Sekel ihr Gewicht, und mich gelüstete danach, und ich nahm sie; und siehe, sie sind im Innern meines Zeltes in der Erde vergraben, und das Silber darunter.« (Josua 7,20-21; ElbCSV)
Es ist sicherlich wahr, das Gott Achans Bekenntnis nicht angenommen hat. Aber wir müssen uns durchaus fragen, warum dies so ist! Wir wissen, das David ein tiefes Empfinden über seine Sünde hatte (s. Psalm 51). Seine Buße war zweifelsfrei echt, weshalb Gott sie angenommen hat.

Es ist eigentlich nur ein Wort, an dem wir Achans Herzensstellung – und Weigerung zur echten Buße erkennen – das Wort „schön“. Er empfand keinen Hass gegen die Sünde. In seinen Augen war es immer noch der „schöne Mantel“, nachdem er gelüstet hatte.

Die Bibel redet von der Sünde als Aussatz. Und wir wollen hierzu noch zwei Aussagen betrachten:
»Wenn aber der Aussatz in der Haut ausbricht und der Aussatz die ganze Haut dessen, der das Übel hat, bedeckt, von seinem Kopf bis zu seinen Füßen, wohin auch die Augen des Priesters blicken und der Priester besieht ihn, und siehe, der Aussatz hat sein ganzes Fleisch bedeckt, so soll er den, der das Übel hat, für rein erklären; hat es sich ganz in Weiß verwandelt, so ist er rein.« (3 Mose 13,12-13; ElbCSV)
Dort wo der Gläubige sich – wie David – in seiner ganzen Sündhaftigkeit erkannt hat und nichts vor Gott zurückhält, erfährt er die Vergebung der Gnade Gottes.
»An dem Tag aber, da wucherndes Fleisch an ihm gesehen wird, wird er unrein sein. Und sieht der Priester das wuchernde Fleisch, so soll er ihn für unrein erklären; das wuchernde Fleisch ist unrein: Es ist der Aussatz.« (3 Mose 13,14-15; ElbCSV)
Ja, Achan hatte die Sünde – im Bild gesprochen: den Aussatz – zugegeben. Aber immer noch zeigte sich „wucherndes Fleisch“. Nicht anders war es auch bei Saul. Nur wenn wir uns voller Aussatz erkennen und damit bußfertig vor Gott treten stehen wir in der richtigen Herzenshaltung vor Ihm. Dann dürfen wir auch die tröstende Zusage seines Wortes erkennen: »Wenn eure Sünden wie Scharlach sind, wie Schnee sollen sie weiß werden; wenn sie rot sind wie Karmesin, wie Wolle sollen sie werden.« (Jesaja 1,18b; ElbCSV)

Quellennachweis:
[1] Hendrik Leendert Heijkoop, Die Opfer, 1. CSV-Auflage 2011, CSV, Hückeswagen

Mittwoch, 6. Juli 2011

Weltliche Begierden verleugnen

»Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend für alle Menschen, und unterweist uns, damit wir, die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnend, besonnen und gerecht und gottselig leben in dem jetzigen Zeitlauf,« (Titus 2,11-12; ElbCSV)

Wenn hier von weltlichen Begierden gesprochen wird, dürfen wir nicht ausschließlich an Unmoral oder In-Sich-Böses denken. An anderer Stelle im Neuen Testament wird der Begriff „epithymia“ durchaus positiv verwendet (z.B. Lukas 22,15 und 1 Thessalonicher 2,17). Wieder andere Stellen sprechen sehr eindeutig von einer „bösen Lust“ (s. Kolosser 3,5) oder „fleischlichen Lüsten“ (2. Petrus 2,18).

An dieser Stelle hier wird die Begierde (oder „Verlangen“, „Lust“) als weltlich gekennzeichnet. Sie umfasst alle unsere Begierden, die nicht im Einklang sind mit dem Willen Gottes für unser Leben. Das kann sehr weit gehen und sehr viel umfassen. Es kann der Wunsch nach Karriere sein, nach einem Ehepartner, der Wunsch nach Emanzipation (weg von Gott, weg von natürlichen Autoritäten, weg von der Schöpfungsordnung)… Alles, was nicht seine Ursache hat in Christus, sondern in unserem eigenen Herzen. So ehrbar und verständlich es vielleicht auch manchmal nach außen hin scheinen mag.

Manchmal handelt Gott dann nach den Wünschen unserer Herzen, um uns zu zeigen wie leer, eitel und vergeblich unsere Wünsche waren. So war es bei Israel, als sie Gott in der Wüste versuchten: »Da gab er ihnen ihr Begehr, aber er sandte Magerkeit in ihre Seelen.« (Psalm 106,16; ElbCSV). Und so war es, als sie einen König verlangten: »Und der HERR sprach zu Samuel: Höre auf die Stimme des Volkes in allem, was sie dir sagen; denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen, dass ich nicht König über sie sein soll.« (1. Samuel 8,7; ElbCSV)

Im Gleichnis vom verlorenen Sohn erhält dieser sein Erbe, reist außer Land vergeudet es und landet schließlich bei den Schweinen. »Und er begehrte seinen Bauch zu füllen mit den Futterpflanzen, die die Schweine fraßen; und niemand gab ihm.« (Lukas 15,16; ElbCSV). Seinem eigenen Willen zu folgen hatte ihn dahin gebracht, so freudig er wohl anfangs aufgebrochen war. Die Sünde hatte ihn betrogen. »Als er aber zu sich selbst kam, sprach er: …« (Vers 17a). Ja, da wurde er nüchtern in seinem Denken und erkannte die Magerkeit in seiner Seele und wohin auch ihn sein Begehren gebracht hatte.

Wenn wir dies bedenken, dann sollten wir beten lernen, den Herrn um Weisheit für die Entscheidungen in unserem Leben zu bitten. Auch das Er offenbar macht, wo wir die eigenen Wünsche Seinem Willen vorangestellt haben. Es ist nichts falsches daran, dies in kindlichem Vertrauen zu tun, sondern im Gegenteil was der Herr von uns erwartet, wie wir uns Ihm anvertrauen sollen. Mehr noch: Dort wo wir - wie der verlorene Sohn - einmal abgeirrt sind, dürfen wir zurückkehren (vgl. 1 Joh 1,5).

Mich hat einmal bewegt, was ein Bruder - wenn auch in anderem Zusammenhang - schrieb. Nämlich, dass wir in der Bibel aufgefordert werden "die richtigen Entscheidungen zu fällen, ohne sie aufzuschieben"! Wenn es "weltliche Begierden" in Ihrem, in Deinem Leben, gibt, die es zu verleugnen gibt, dann schiebe diese Entscheidung nicht auf.

Samstag, 2. Juli 2011

Erhörtes Gebet

In der Apostelgeschichte (2,42) werden vier Säulen genannt auf denen eine Gemeinde ruht. Eine davon ist das gemeinsame Gebet. Gleichzeitig ist das Gebet aber auch für jeden einzelnen Gläubigen ein Fundament seines Lebens mit Gott. An dieser Stelle sollen einige wenige Punkte genannt werden, die wiederum für ein lebendiges Gebetsleben nötig sind.

1. Wir dürfen auf den Herrn Jesus Christus vertrauen
»Und um was irgend ihr bitten werdet in meinem Namen, das werde ich tun, damit der Vater verherrlicht werde in dem Sohn. Wenn ihr um etwas bitten werdet in meinem Namen, werde ich es tun.« (Johannes 14,13; ElbCSV)
»Ihr habt nicht mich auserwählt, sondern ich habe euch auserwählt und euch dazu bestimmt, dass ihr hingehet und Frucht bringet und eure Frucht bleibe, damit, um was irgend ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, er euch gebe.« (Johannes 15,16; ElbCSV)

2. Wir dürfen im Glauben zu Ihm kommen
»Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen; denn wer Gott naht, muss glauben, dass er ist und denen, die ihn suchen, ein Belohner ist.« (Hebräer 11,6; ElbCSV)
»Er bitte aber im Glauben, ohne irgend zu zweifeln; denn der Zweifelnde gleicht einer Meereswoge, die vom Wind bewegt und hin und her getrieben wird. Denn jener Mensch denke nicht, dass er etwas von dem Herrn empfangen wird;« (Jakobus 1,6-7; ElbCSV)

3. Wir müssen aber ebenso unser Herz von Ihm reinigen lassen, in dem Wunsch und Wandel Ihm gehorsam zu sein.
»Wenn ich es in meinem Herzen auf Frevel abgesehen hätte, so hätte der Herr nicht gehört.« (Psalm 66,18; ElbCSV)
»und was irgend wir erbitten, empfangen wir von ihm, weil wir seine Gebote halten und das vor ihm Wohlgefällige tun.« (1. Johannes 3,22; ElbCSV)

4. Wir müssen lernen nach Seinem Willen zu bitten/zu fragen.
»Und dies ist die Zuversicht, die wir zu ihm haben, dass, wenn wir etwas nach seinem Willen bitten, er uns hört.« (1. Johannes 5,14; ElbCSV)
Oftmals scheitert es schon daran, dass wir nach unserem Willen bitten. »ihr bittet und empfangt nichts, weil ihr übel bittet, damit ihr es in euren Begierden vergeudet.« (Jakobus 4,3; ElbCSV) – so sollte es nicht sein! Und wie schnell täuschen wir uns auch bezüglich unseres eigenen Herzens. »Behüte dein Herz mehr als alles, was zu bewahren ist; denn von ihm aus sind die Ausgänge des Lebens.« (Sprüche 4,23; ElbCSV)

5. Wir müssen lernen im Gebet anzuhalten und auf Seine Antwort zu warten.
»Habt nun Geduld, Brüder, bis zur Ankunft des Herrn. Siehe, der Ackerbauer wartet auf die köstliche Frucht der Erde und hat Geduld ihretwegen, bis sie den Früh- und den Spätregen empfängt.« (Jakobus 5,7; ElbCSV)
Nicht anders ist es beim Gebet (vgl. Lukas 18,1-8 oder Matthäus 15,21-28). So dürfen wir die Dinge immer wieder vor den Herrn bringen, die unser Herz bewegen. Wenn wir dann allerdings eine Antwort bekommen, müssen wir diese auch akzeptieren. Dem Apostel Paulus, der zum Herrn flehte, wegen eines Dorns der ihm ins Fleisch gegeben worden war*, erhielt die Antwort: »Und er hat zu mir gesagt: Meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft wird in Schwachheit vollbracht.« (2. Korinther 12,9a; ElbCSV). Es war nicht die Antwort, die er sich erbeten oder zuerst erhofft hatte, aber es war die gute und gesegnete Antwort Gottes. So konnte der Apostel weiter ausführen: »Daher will ich mich am allerliebsten viel mehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft des Christus über mir wohne. Deshalb habe ich Wohlgefallen an Schwachheiten, an Schmähungen, an Nöten, an Verfolgungen, an Ängsten für Christus; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.« (Verse 9b-10; ElbCSV)

* Es ist nicht gesichert, worum es sich bei diesem Dorn handelte, der ihm ins Fleisch gegeben worden war. Darum soll an dieser Stelle auch nicht spekuliert werden, worum es sich genau handelt. Es ist auch so jedem klar, dass der Apostel unter dieser Sache litt, weshalb er sie vor den Herrn brachte.

Freitag, 1. Juli 2011

Zeugnisse der Vergangenheit - Teil 1


Immer wieder finden sich in alten Büchern Dokumente der Vergangenheit. So auch dieses alte Kalenderblättchen. Es mag demjenigen, der es in diesem Buch hinterlegte kostbar gewesen sein und wer es liest, der wird auch verstehen warum.
Die Generation die den zweiten Weltkrieg noch erlebt hat schwindet; wir denken heute nicht daran, dass es „noch einmal Krieg“ geben könnte. Und doch müssen auch wir uns heute fragen lassen: Haben wir eine Geborgenheit gefunden, die Stich hält? Es muss kein Krieg sein, auch Krankheit oder Unfall können in ein Leben eingreifen, es tiefgreifend verändern oder sogar beenden. Haben wir dann diese ewige Sicherheit zu wissen, dass uns nichts Seiner Hand entreißt?

»Der Vater, der mir sie gegeben hat, ist größer denn alles; und niemand kann sie aus meines Vaters Hand reißen« Johannes 10,29
Was in den letzten Jahren gründlich abhanden gekommen ist, das ist das Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit. Wenn sich der Mensch nicht mehr geborgen fühlt, wird er ängstlich, unruhig und unglücklich. Der Hass feiert immer noch seine Triumphe in der Welt. Wie viele „hohe Männer“, heute noch an höchster Stelle, müssen über Nacht flüchtig werden, weil sich „das Blättlein“ gewendet hat. „Und wenn es noch einmal Krieg gibt, dann sind wir auch im stärksten Bunker nicht mehr sicher“, sagte kürzlich jemand zu mir. Ja, so ist es. Darum ist es aber auch an der Zeit, dass man sich nach einer Geborgenheit umsieht, die Stich hält. Gibt es so etwas? Ganz gewiss! „Niemand kann sie aus meines Vaters Hand reißen.“ Hier ist von Christi Gemeinde die Rede : die sind in der Hand Gottes, aus der sie nie jemand reißen kann. Ewiger Geborgenheit, ewiger Sicherheit können sich nur die Kinder Gottes erfreuen. Kommen auch tausend Nöte über sie, eins ist gewiss : Seiner Hand entreißt mich nichts.

Donnerstag, 30. Juni 2011

Bewahrung vor der großen Drangsal

»Weil du das Wort meines Ausharrens bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, um die zu versuchen, die auf der Erde wohnen.« (Offenbarung 3,10; ElbCSV)

Wann wird die Entrückung der Gläubigen sein? Einige verweisen darauf, dass die Präposition „ek“, die hier mit „vor“ wiedergegeben wurde, üblicherweise mit „aus“ zu übersetzen sei. Werden die Gläubigen also nicht „vor der Stunde“, sondern „aus der Stunde der Versuchung“ heraus bewahrt?

Man macht es sich zu einfach, wenn man mit dem Wörterbuch in der Hand, aber ohne Beachtung des Kontext übersetzen will. Sehen wir uns deshalb einige andere Stellen der Schrift genauer an:
»Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt wegnehmest, sondern dass du sie bewahrest vor (ek) dem Bösen.« (Johannes 17,15; ElbCSV)
Hier findet sich im altgriechischen Text dieselbe Präposition „ek“, in Verbindung mit „tereo“, „bewahren“. Niemand würde wohl zu behaupten wagen, der Herr würde in Seinem Gebet nicht für die Bewahrung der Gläubigen „vor“, sondern „aus dem Bösen“ bitten. Genau diese Behauptung findet sich aber in Verbindung mit Offenbarung 3,10. Es wird gesagt, dass die Gläubigen erst in die Drangsal gehen müssten, um „aus“ ihr bewahrt zu werden. Das ist ein ganz und gar falscher Gedanke!

Doch es stellt sich noch eine andere Frage. Wie kann man „aus“ etwas bewahrt werden? Entweder man wird bewahrt oder nicht! „Aus“ etwas kann man höchstens „gerettet“ werden, aber dann würde im Text „sozo“ (= retten) stehen und nicht „tereo“.

Jemand ist vielleicht versucht auf eine Analogie mit Sadrach, Mesach und Abednego im Feuerofen zu verweisen. Aber auch dieses Ereignis gibt diese Deutung nicht her. Es wird nicht nur von ihrer Errettung (s. Daniel 3,28) aus dem Feuerofen gesprochen, sondern auch davon das nicht einmal der Geruch des Feuers an sie gekommen war (s. Daniel 3,27). Wie anders ist da doch die Behauptung, die Gläubigen müssten in die Drangsal hinein um in ihr zu leiden?

In 1. Thessalonicher 1,10 steht:
»und seinen Sohn aus den Himmeln zu erwarten, den er aus den Toten auferweckt hat Jesus, der uns errettet von (ek) dem kommenden Zorn.« (ElbCSV)
Und in Apostelgeschichte 15,28-29:
»Denn es hat dem Heiligen Geist und uns gut geschienen, keine größere Last auf euch zu legen als diese notwendigen Dinge: euch zu enthalten von Götzenopfern und von Blut und von Ersticktem und von Hurerei. Wenn ihr euch davor (ek bzw. ex) bewahrt (diatereo), so werdet ihr wohltun. Lebt wohl!« (ElbCSV)

Wir können nun sicher sagen, dass die Gläubigen „vor der Stunde der Versuchung“ bewahrt werden. Gottes Gerichtshandeln mit dieser Erde (ab Kapitel 4 der Offenbarung) wird die Gläubigen Seiner Gemeinde nicht betreffen. Ja, vielmehr, wir dürfen jederzeit den Herrn Jesus erwarten; und dies sollte unsere Herzen beglücken.

Wir wollen aber noch etwas anderes festhalten. So wahr es ist, dass die Gläubigen vor der Zeit der großen Drangsal bewahrt bleiben werden, so wahr ist es auch, dass die Gemeinde in dieser Welt leidet. An die Philipper schrieb Paulus:
»Denn euch ist es im Blick auf Christus geschenkt worden, nicht allein an ihn zu glauben, sondern auch für ihn zu leiden, da ihr denselben Kampf habt, wie ihr ihn an mir gesehen habt und jetzt von mir hört.« (Philipper 1,29-30; ElbCSV).
Die Freude darüber vor der großen Drangsal bewahrt zu bleiben, sollte uns nicht blind demgegenüber machen, was Geschwister heute beispielsweise in kommunistischen oder islamischen Staaten zu leiden haben – oder in den vergangenen Jahrhunderten durch Verfolgung erlitten hatten. Im Gegenteil. Aber wie schrecklich muss die große Drangsal sein, wenn sie all das noch zu übertreffen vermag, …
»…denn dann wird große Drangsal sein, wie sie seit Anfang der Welt bis jetzt nicht gewesen ist und auch nichtwieder sein wird. Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch errettet werden; aber um der Auserwählten* willen werden jene Tage verkürzt werden.« (Matthäus 24,21-22; ElbCSV)
* Bei den Auserwählten handelt es sich wohl um Juden, die sich zu dieser Zeit – nach Entrückung der Gemeinde – in Palästina aufhalten werden. An dieser Stelle kann darauf nicht näher eingegangen werden.

Ich möchte es noch einmal sagen und vielleicht wollen wir dies festhalten: Wir dürfen jederzeit den Herrn Jesus erwarten; und dies sollte unsere Herzen beglücken. Es gibt nichts das vorher noch geschehen müsste, auch kein Gehen in die große Drangsal. Dank sei Dir dafür, Herr Jesus!

Mittwoch, 2. März 2011

Causa Guttenberg – der Rücktritt

Wegen des vorangegangenen Blogeintrags, möchte ich aufgrund des Rücktritts von Karl-Theodor zu Guttenberg als Verteidigungsminister, folgende weiteren Punkte zu bedenken geben.

Der Rücktritt
In einem offenen Brief von Doktoranden an die Bundeskanzlerin, steht zu lesen:
"Es nimmt kaum Wunder, dass sich Plagiatsexperten darüber einig sind, dass man hier nicht mehr von einigen „peinlichen Fehlern“ reden kann. Es handelt sich um massive, systematische Täuschung. Zu Guttenberg hat große Teile seiner Dissertation – und dies offenbar mit großem Ehrgeiz – zusammenkopiert und Quellen vertuscht, um sich den Doktortitel zu erschleichen, mit dem er dann nicht zuletzt auf Wahlplakaten geworben hat. Die Universität Bayreuth hat diesen Vorwurf nicht ausräumen können. Angesichts des Umfangs und der Anzahl der Plagiate wissen Sie genauso gut wie wir, dass am Ende der genauen Überprüfung durch die Universität nur ein Ergebnis stehen kann, was die Täuschungsintention des Ministers angeht. Man kann dies nicht „unbewusst“ tun."
Quelle: http://offenerbrief.posterous.com/causa-guttenberg-offener-brief-von-doktorande

Die Frage bleibt also im Raum, was genau Herr zu Guttenberg eigentlich bereut und zugegeben hat. Oder wie in einer Stellungnahme des GuttenPlag Wiki dargelegt:
"Wir bedauern, dass Herr Freiherr zu Guttenberg bei der Ankündigung seines Rücktritts keine klaren Worte zur offensichtlichen Täuschungsabsicht und zur Urheberschaft der Dissertation gefunden hat."
Quelle: http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/GuttenPlag_Wiki

Inwieweit sein Rücktritt also tatsächlich aus persönlicher Einsicht über sein Handeln geschieht, zumal weiterhin vieles im Dunkeln bleibt, ist zumindest fraglich. Wie anders liest sich hier Psalm 51.
Eine aufrichtige Buße und Wiederherstellung (bzw. womöglich sogar eher Wiedergeburt) ist ihm jedenfalls von Herzen zu wünschen.

„Richtet nicht…“
Man verwendete Matthäus 7,1 dieser Tage oft um auszusagen, es wäre falsch überhaupt zu richten. Dabei geht es dem Herrn Jesus darum, dass wir nicht einfach Personen und ihre Motive richten und verurteilen. Dieses Gericht steht allein Gott selbst zu. Aber dieses Verbot des Herrn heißt doch nicht, dass wir nicht das Handeln von Personen beurteilen müssen. Das wird aus Stellen wie 1. Korinther 2,15, Kapitel 5 oder 1. Johannes 4 ganz deutlich.
Bleiben wir jedoch bei Matthäus Kapitel 7 – dort lautet Vers 5:
»Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge heraus, und dann wirst du klar sehen, um den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.« (ElbCSV.)
Weder werden wir – die Bildsprache der Schrift gebrauchend - dazu aufgefordert den Splitter im Auge des Bruders zu ignorieren, noch ihn darin zu belassen. Im Gegenteil. Wir sollen ihn herausziehen, aber erst, nachdem wir uns um unseren eigenen Stand gekümmert haben. Den Splitter im Auge des Anderen zu ignorieren wäre, wie ein Bekannter einmal meinte, die Institutionalisierung der Blindheit aller.

Sonntag, 27. Februar 2011

Buße bei Saul, David und Petrus (Der Fall zu Guttenberg)

Auch wenn es sich anbieten würde, will ich mich nicht so sehr mit den tagespolitischen Gegebenheiten um unseren derzeitigen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg befassen – die meisten werden sich mittlerweile hierzu eine Meinung gebildet haben. Eine Sache greife ich jedoch heraus, die Herr zu Guttenberg in der aktuellen Stunde des Bundestages vom 23.02.2011 äußerte. Er sagte:
„Seine Vorbildwirkung hat man sich jeden Tag aufs Neue zu erarbeiten und eine Vorbildwirkung…“ - (Zwischenrufe der Opposition) - „Ich glaube das gilt für uns alle.“
Quelle: www.youtube.com

Wie nun gedenkt der Verteidigungsminister dieser Vorbildfunktion gerecht zu werden?
„Und ich gehe davon aus, ich gehe davon aus – vielleicht können wir den Umkehrschluss einmal daraus machen in dieser Hinsicht -, dass das Beispiel des eigenen Umgangs mit seiner akademischen Arbeit vielleicht auch beispielgebend sein kann für andere, die sich vielleicht in einer ähnlichen Situation befinden.“
Quelle: www.youtube.com

Wir finden in der Bibel einige Menschen, deren Verfehlungen und explizit gezeigt werden und ihren Umgang damit. Sehen wir uns drei kurz an.

Saul, erster König Israels, versagte im Gehorsam gegenüber Gott. Vom Propheten Samuel darauf angesprochen, bekennt er seine Sünde. Doch letztlich verweist er auf das Volk, die Umstände, die ihn zu seiner Handlung gebracht haben, um dann fortzufahren: »Und er sprach: Ich habe gesündigt! Nun ehre mich doch vor den Ältesten meines Volkes und vor Israel, und kehre mit mir um, dass ich vor dem HERRN, deinem Gott, anbete.« (1. Samuel 15,30; ElbCSV.)
Die Furcht vor Menschen war ihm zum Fallstrick geworden und die Ehre bei Menschen war ihm wichtiger als die Ehre bei Gott.

David, der zweite König Israels, beging Ehebruch mit der Frau Urijas und sorgte für dessen Tod, indem er ihn durch ein Komplott im Kampf umkommen ließ. Auch zu ihm sandte Gott einen Propheten, Nathan, der den König auf seine Sünde ansprach. »Warum hast du das Wort des HERRN verachtet, indem du tatest, was böse ist in seinen Augen? Urija, den Hethiter, hast du mit dem Schwert erschlagen, und seine Frau hast du dir zur Frau genommen; ihn selbst hast du ja umgebracht durch das Schwert der Kinder Ammon.« (2. Samuel 12,9; ElbCSV.). Die Tat Davids war in Gottes Augen so, als hätte David den Hethiter Urija selbst erschlagen.
»Da sprach David zu Nathan: Ich habe gegen den HERRN gesündigt. Und Nathan sprach zu David: So hat auch der HERR deine Sünde weggetan, du wirst nicht sterben. Nur weil du den Feinden des HERRN durch diese Sache Anlass zur Lästerung gegeben hast, soll auch der Sohn, der dir geboren ist, gewiss sterben.« (2. Samuel 12,13-14; ElbCSV.)
Psalm 51 ist ein beeindruckendes Zeugnis, wie tief die Buße Davids ging. Und doch hatte seine Tat Konsequenzen. Viele verkennen, dass Vergebung nicht bedeutet vor jeder Konsequenz die aus unserem Handeln erwächst verschont zu bleiben. Man könnte noch viel über diesen Mann schreiben, von dem der Apostel Paulus – trotz der Verfehlungen dieses Königs – einst zu sagen wusste: »Und nachdem er ihn [Saul] weggetan hatte, erweckte er ihnen David zum König, dem er auch Zeugnis gab und sprach: Ich habe David gefunden, den Sohn Isais, einen Mann nach meinem Herzen, der meinen ganzen Willen tun wird.« (Apostelgeschichte 13,22; ElbCSV.) – so konnte der Apostel nur sprechen, weil der Herr die Sünde Davids tatsächlich hinweggetan hatte. Vergessen wir aber nicht: Der Tod von Davids Sohn und weiteres Elend das im Leben Davids stattfand, hatte letztlich seinen Ursprung in seinem eigenen, falschen Handeln. Die Vergebung, die unverdiente Gnade Gottes, sollte uns nie lässig werden lassen im Umgang mit Sünde in unserem Leben. Wir haben gesehen, das eine unaufrichtige Buße, wie bei Saul, keinen Wert hat. Und das Vergebung Konsequenzen (im Leben) nicht automatisch ausschließt.

Sehen wir uns nun noch einen letzten Mann an. Zu Seinem Jünger Petrus musste der Herr Jesus einmal sagen: »Jesus antwortet: Dein Leben willst du für mich lassen? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, der Hahn wird nicht krähen, bis du mich dreimal verleugnet hast.« (Johannes 13,38; ElbCSV.)
Petrus verleugnete Jesus tatsächlich und die Bibel berichtet:
»Und der Herr wandte sich um und blickte Petrus an; und Petrus erinnerte sich an das Wort des Herrn, wie er zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn heute kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich.« (Lukas 22,61-62; ElbCSV.)
Wie wunderbar die Wiederherstellung des Petrus wirklich war, kann der Bibelleser in Lukas Kapitel 24, Johannes Kapitel 21 und schließlich in Kapitel 2 der Apostelgeschichte lesen. Und schließlich lesen wir auch:
»Als aber Petrus es sah, antwortete er dem Volk: Männer von Israel, was verwundert ihr euch hierüber, oder was seht ihr unverwandt auf uns, als hätten wir aus eigener Kraft oder Frömmigkeit bewirkt, dass er gehen kann? Der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, der Gott unserer Väter, hat seinen Knecht Jesus verherrlicht, den ihr freilich überliefert und angesichts des Pilatus verleugnet habt, als dieser geurteilt hatte, ihn freizulassen. Ihr aber habt den Heiligen und Gerechten verleugnet und gebeten, dass euch ein Mann, der ein Mörder war, geschenkt würde;« (Apostelgeschichte 3,12-14; ElbCSV.)
Gerade darin wo er selbst gefallen war, konnte Petrus der Volksmenge sagen, dass sie „den Heiligen und Gerechten verleugnet“ hatten.

Kommen wir zurück zum Anfang. Es gibt viele Stimmen, die an der Ernsthaftigkeit von Herrn zu Guttenberg zweifeln. Und ich gebe zu, dass ich dazugehöre. Die Fülle und die Art und Weise wie fremdes Eigentum in seine Doktorarbeit hineingearbeitet wurden, sprechen ein deutliches Zeichen von Vorsatz. Dies zu bekennen und danach zu handeln, wären wahrhaft vorbildlich. Sein starres Festhalten an einem politischen Amt sprechen wohl weniger von einem bußfertigen Herzen, als von dem Suchen der Ehre bei Menschen. Und vielleicht ist dies die Tragödie dieses Menschen. Wahre Buße und auch (eine spätere) öffentliche Wiederherstelllung ist möglich, wie wir an einem König David oder auch einem Jünger Jesu wie Petrus sehen. Wo es sich allerdings nur um Lippenbekenntnisse handelt, wie bei König Saul, da ist ein Bekenntnis auch nicht echt und letztlich wertlos.

Lieber Leser, es mag immer möglich sein vor Menschen ein Theater zu spielen, aber nicht vor Gott, vor dem das Verborgene und die Überlegungen unserer Herzen (vergleiche 1. Korinther 4,5) offenbar sind. Bedenken wir dies im Blick auf unser eigenes Leben. Der Apostel Paulus sprach davon, »…damit ich nicht etwa, nachdem ich anderen gepredigt habe, selbst verwerflich werde.« (1. Korinther 9,27b; ElbCSV.) – auch darauf lasst uns acht haben.