Mittwoch, 11. Januar 2012

Momentaufnahmen - Nr. 2

= Kurze Gedankenimpulse, die sich aus persönlichen Kontakten und den jahrelangen Forendiskussionen, Bibelstudien, etc. ergeben haben. Zum Teil zum besseren Verständnis leicht abgewandelt.

Diesmal: Aus einer persönlichen Email, die ich einem Bruder im Rahmen der aktuellen Eurokrise schrieb:

Die Erweckungsbewegung des 18./19. Jahrhunderts war auch geprägt von der Naherwartung des Herrn. Ich meine nicht Dich, aber viele Christen scheinen nur noch eine Naherwartung der Krise zu haben. Wenn das dann aber die christliche Hoffnung ist, die Menschen vermittelt wird, dann ist das beschämend und traurig.

Sonntag, 2. Oktober 2011

Was man über das Papsttum wissen sollte!

Es wäre gut, wenn die Notwendigkeit für diese Zeilen nicht bestehen würde. Schon Judas bedauerte:
»Geliebte, während ich allen Fleiß anwandte, euch über unser gemeinsames Heil zu schreiben, war ich genötigt, euch zu schreiben und zu ermahnen, für den einmal den Heiligen überlieferten Glauben zu kämpfen.« (Judas 3; ElbCSV.)
Das man es heute aufgegeben hat für diesen Glauben zu kämpfen, sieht man jüngst an dem Buch „Lieber Bruder in Rom!: Ein evangelischer Brief an den Papst“, in welchem unter anderem auch Ulrich Parzany neben 17 weiteren evangelischen „Christen“ zu Wort kommt.
»Die 18 evangelischen Christen formulieren in ihren Aufrufen reichlich verschiedene Einschätzungen, wie die Ökumene zwischen Protestanten und Katholiken ganz praktisch aussehen kann.«
Quelle: http://www.pro-medienmagazin.de
Wo also liegt das Problem?
»Wir bestimmen, dass der Heilige Apostolische Stuhl und der römische Bischof den Vorrang über den ganzen Erdkreis innehat, weiter, dass dieser römische Bischof Nachfolger des Heiligen Petrus, des Apostelfürsten, wahrer Stellvertreter Christi, Haupt der gesamten Kirche und Vater und Lehrer aller Christen ist.« (Konzil zu Florenz, 1438-1445)
Lassen Sie sich von der Jahreszahl nicht irritieren, die Lehren Roms in dieser Frage sind heute keine anderen als damals. Wir wollen uns vielmehr mit einigen Titeln des Papstes hier kurz beschäftigen:

Heiliger Vater
Die Aufforderung des Herrn Jesus an seine Nachfolger ist eindeutig und daher auch nicht schwer zu verstehen: »Ihr aber, lasst euch nicht Rabbi nennen; denn einer ist euer Lehrer, ihr alle aber seid Brüder. Nennt auch niemand auf der Erde euren Vater, denn einer ist euer Vater der im Himmel ist.« (Matthäus 23,8-9; ElbCSV)

Haupt der gesamten Kirche
»wie auch der Christus das Haupt der Versammlung ist; er ist des Leibes Heiland.« (Epheser 5,23b; vgl. auch Epheser 1,22 u. Kolosser 1,18)

Stellvertreter Christi (auf Erden)
»und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Sachwalter geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch [ihn] kennt. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. Ich werde euch nicht verwaist zurücklassen, ich komme zu euch.« (Johannes 14,16-18; ElbCSV)

Oberhirte / Erzhirte
»Und wenn der Erzhirte offenbar geworden ist, so werdet ihr die unverwelkliche Krone der Herrlichkeit empfangen.« (1. Petrus 5,4; ElbCSV)

Zusammenfassung
Der Oberhirte und Haupt der Kirche ist der Herr Jesus selbst, während der Titel „Heiliger Vater“ (s. Johannes 17,11) allein Gott zusteht. Der Stellvertreter des Herrn Jesus auf dieser Erde ist der Heilige Geist. Damit ist klar, dass sich der Papst widerrechtlich mit Ehrenbezeichnungen schmückt die allein Gott zustehen.

Es stellt sich die Frage, wie man hier von "Ökumene zwischen Protestanten und Katholiken ganz praktisch" reden kann. Und ich erinnere an zweierlei, dass Charles H. Spurgeon einst schrieb:
»Ich würde meine geliebte Kirche lieber untergehen und in Stücke brechen sehen, als wiedervereint mit der götzendienerischen Kirche Roms. Anstatt noch einmal päpstlich zu werden, wäre es für sie besser, sie stürbe!«
»Absonderung von solchen, die grundlegenden Irrtum dulden oder untergehenden Seelen das "Brot des Lebens" vorenthalten, ist nicht Spaltung, sondern das, was die Wahrhaftigkeit und das Gewissen und Gott von allen verlangen, die treu erfunden werden wollen.«
Quelle: zitiert nach: Iain H. Murray, C. H. Spurgeon - wie ihn keiner kennt, 2. Auflage, RVB, 1999
Warum nur ist diese Treue, wie ein Spurgeon sie einst durch alle Widerstände hindurch trug, heute so selten? Möge doch Gott mehr Männer und Frauen mit einem solchen Bekennermut geben. Das weltförmige Christentum mag alle Unterschiede verwischen, aber die echten Gläubigen sollten dem nicht folgen, sondern wie Luther - den man im Übrigen auf dem Cover des Buches an den Papst  abbildete - festhalten:
»Also glaubt der Papst auch, ein Christ müsse mit eigenen Werken sich den Himmel fördern: aber es ist ein falscher Glaube; denn es mangelt am Wort und der Zusagung. Also kann es wohl sein, daß man den Glauben hat, das ist, man versieht sich etwas und hofft etwas; aber weil es am Wort mangelt, ist es kein rechter Glaube, sondern ein bloßer unbegründeter Wahn, aus dem nie etwas wird.«
Wer dies nicht deutlich zu sagen bereit ist, handelt wie die Schriftgelehrten und Pharisäer, die das Reich der Himmel vor den Menschen verschlossen (vgl. Matthäus 23,13)
Damit soll keinesfalls gesagt sein, dass es nicht auch wahre Gläubige innerhalb der römischen Kirche gibt, gleichwie sich Gott in jeder Denomination einen Überrest bewahrt hat. Diese Geschwister sollten sich allerdings ernstlich fragen, ob die unbußfertige Kirche Roms wirklich ihre geistliche Heimat sein soll; oder ob Wahrhaftigkeit und Treue nicht ein anderes Zeugnis nötig machen würde.

Donnerstag, 22. September 2011

Momentaufnahmen – Nr. 1

= Kurze Gedankenimpulse, die sich aus persönlichen Kontakten und den jahrelangen Forendiskussionen, Bibelstudien, etc. ergeben haben. Zum Teil zum besseren Verständnis leicht abgewandelt.

Diesmal: Aus einer persönlichen Email, die ich einem Bruder über die Entwicklung in christlichen Internetforen schrieb (bevor ich 2007 diesen Blog begann)...
Ich habe immer mehr den Eindruck, das man unter Ermahnung langsam nur noch ein Urteilen versteht und kein Erklären mehr; Es bringt aber niemand geistlich weiter mit Ergebnissen konfrontiert zu werden, anstatt das versucht wird Verständnis zu wecken. Wenn mir jemand sagt etwas sei falsch, würde ich schon gerne wissen warum, zumal dann wenn ich lange und breit erkläre warum ich eine bestimmte Sichtweise habe.

Dienstag, 20. September 2011

"Christliche" Anonymität - Einige Gedanken

»Da sprachen sie zu ihm: Wer bist du? Jesus sprach zu ihnen: Durchaus das, was ich auch zu euch rede.« (Johannes 8,25; ElbCSV)
Das Wesen und die Rede des Herrn Jesus Christus standen in völliger Übereinstimmung miteinander. Und Er allein konnte von sich selbst als der Wahrheit (s. Johannes 14,6) reden.

Es ist nicht immer so, das auch in unserem Leben das was wir sind und das was wir reden übereinstimmen. Das müssen wir freimütig bekennen. Gleichfalls sollen wir unseren Herrn Jesus als Vorbild vor Augen haben, um Ihm freudig nachzueifern.

Ist ein anonymes Auftreten vereinbar mit Transparenz und Ehrlichkeit?
Im Allgemeinen sicherlich nicht. Es mag Ausnahmen geben, wo Menschen mit ernsten Problemen nach Hilfe suchen, ohne sich ihrem Umfeld offenbaren zu können. Es macht jedoch durchaus einen Unterschied ob man diese Hilfe öffentlich z.B. in einem Forum sucht oder diskret und im persönlichen Kontakt mit einem Seelsorger*. Letzteres ist dem ersteren immer vorzuziehen.
* Eine empfehlenswerte Anlaufstelle für Hilfesuchende ist z.B. http://www.bibelseelsorge.de/

Paulus schreibt einmal an Timotheus:
»So schäme dich nun nicht des Zeugnisses unseres Herrn noch meiner, seines Gefangenen, sondern leide Trübsal mit dem Evangelium, nach der Kraft Gottes;« (2 Timotheus 1,8; ElbCSV)
Es mag verlockend sein, seine wahre Identität hinter einem Pseudonym zu verbergen. (Gerade im Internet).

Frank Binford Hole schreibt in seinem Kommentar zum 2. Timotheusbrief:
»Viele von uns arbeiten gerne bei der Evangelisationsarbeit mit, um auch am Erfolg beteiligt zu sein und schließlich an der Belohnung für diesen treuen Dienst im kommenden Reich. Aber an den Leiden beteiligt zu sein, ist eine andere Sache.
Quelle: Grundzüge des Neuen Testaments, Band 4, Galater – Philemon, CSV, Hückeswagen

Dies ist eine Sache, die wir nicht oft bedenken. Sich des Zeugnisses des Herrn nicht zu schämen, bedeutet in Kauf zu nehmen dafür Trübsal zu erleiden.

Es muss so deutlich gesagt werden: Wer wir sind und was wir reden soll genauso übereinstimmen, wie wir bereit sein sollen für unser Zeugnis zu leiden. Und auch darin ist unser Herr das Vorbild: Jesus Christus ist der „treue und wahrhaftige Zeuge“ – so bezeugt ihn die Offenbarung (s. 1,5 + 3,14). Treu und wahrhaftig – so sollen auch wir in unserem Zeugnis erfunden werden. Dies können wir nicht aus uns heraus, sondern nur „nach der Kraft Gottes“.

Freitag, 16. September 2011

Lese-Tagebuch - Eintrag 10 (Teil 3/3)

Buch: Als Frau zur Ehre Gottes leben – Eine Ermutigung zu biblischem Frausein
Autor: Rudolf Ebertshäuser

»Wenn die Frau ein Abbild der Gemeinde in ihrer Beziehung zu Christus ist, dann bringt sie mit dem Schweigen in der Gemeindeversammlung die rechte, gottgewollte Herzenshaltung der Gemeinde zum Ausdruck, die um ihren Herrn versammelt ist, um Ihn zu ehren und Sein Wort zu hören.« (ebd., Seite 105; vgl. Seite 133). Und: »Nach Gottes Plan sollte die Frau ein Abbild für die keusche, reine Brautgemeinde des Christus sein, die Christus in hingegebener Treue anhängt.« (ebd., Seite 139)
Es wäre gut, wenn solche geistlich begründeten Einsichten (hier zu Epheser 5) in der Debatte über die Stellung der Frau in der Gemeinde mehr Beachtung finden würden. Stattdessen wird der emanzipatorischen Selbstverwirklichung der Frau das Wort geredet. Das dabei der Herr, Jesus Christus, als Haupt der Gemeinde missachtet wird, ist die traurige Realität. Wenn wir deshalb mit der Frage konfrontiert sind, wie wir selbst dem Herrn nachfolgen wollen, so beginnt es damit Ihm den Platz in unserem Leben einzuräumen, der Ihm gebührt.
»Ich will aber, dass ihr wisst, dass der Christus das Haupt eines jeden Mannes ist, das Haupt der Frau aber der Mann, das Haupt des Christus aber Gott.« (1. Korinther 11,3; ElbCSV)
»Wir sehen hier eine Grundordnung der Autorität. Diese Ordnung gilt grundsätzlich in der ganzen Schöpfung, also nicht nur in der Gemeinde« … »Hier geht es nicht um Mann und Frau in der Ehe (das finden wir in Eph 5,22-23), sondern um eine von Gott verordnete grundsätzlichliche Autoritätsabstufung.« (Ebertshäuser, Seite 108)

Wir brauchen hier nicht erörtern, dass die Welt dies anders beurteilt. Vielmehr interessiert mich die Frage was Gemeinde ist und das die Ordnungen Gottes – wenn schon nicht in der Welt – dann doch innerhalb der Gemeinde beachtet werden. Mittlerweile sollte auch klar geworden sein, das es nicht um eine erzwungene, sondern eine freiwillige, nicht um eine geringachtende, sondern um eine wesensmäßig begründete und bejahte Unterordnung geht. Auch hierin wird uns der Herr Jesus als Vorbild vor Augen gestellt. »Wenn Er, der doch Gott und Herr ist und mit dem Vater eins und Gott gleich ist (Joh 10,30; Phil 2,6), sich so unterordnet – sollten wir es nicht umso williger und entschiedener tun, die wir bloß nichtige Geschöpfe sind?« (ebd., Seite 109)

»Das tiefere Verständnis von Gottes Ordnungen kommt oft erst, wenn wir sie im Gehorsam ausleben!« (ebd., Seite 114)
Ich halte dies für eine entscheidende Herzensfrage. Es mag manche geben, die zwar Gottes Ordnungen ausleben, aber mit einem sehr zwiespältigen Herzen. Es ist jedoch ein großer Unterschied vorhanden zwischen Gehorsam und Formalität. Wir sollten uns nie mit dem formalen Einhalten von Gottes Geboten zufrieden geben, sondern lernen „von Herzen gehorsam“ (vgl. Römer 6,17) zu sein.
So schreibt der Bruder dann auch später:
»Wir können als Gläubige Gottes Ordnungen nur in der Kraft des Geistes ausleben, wenn wir im Glauben festhalten, daß unser Fleisch samt den Leidenschaften und Begierden mit Christus gekreuzigt ist (Gal 5,24), wenn wir in Selbstverleugnung und bewußter Gemeinschaft mit unserem auferstandenen Herrn leben.« (ebd., Seite 125)

Es ist überhaupt ein seelsorgerliches Buch, welches sich auch darum bemüht die »gründliche Reinigung unseres Herzensbodens von Steinen und allerlei Unkraut« (ebd., Seite 144) anzugehen. Der Bruder weiß um die ungeraden Wege, die sich auch bei Gläubigen finden lassen und zeigt wiederum (wie auch im Buch „Als Mann zur Ehre Gottes leben“) den guten, biblisch begründeten Weg auf und wie wir diesen zu gehen vermögen. Dabei wird uns wohl allen bewusst sein – ob Frau oder Mann –, »wir alle straucheln oft.« (siehe Jakobus 3,2a; ElbCSV). So trifft das Folgende natürlich auch für Männer zu, mag in diesem Zusammenhang aber doch ganz konkret den Frauen mit auf den Weg gegeben sein:
»Eine gläubige Frau, die nur halbherzig und mit faulen Kompromissen dem Wort Gottes gehorcht, wird immer im inneren Zwiespalt sein, unzufrieden und geistlich kraftlos – eine Frau mit geteiltem Herzen, unbeständig in allen ihren Wegen (vgl. Jak 1,8). In der Beziehung zum Herrn kann sie nicht wirklich Erfüllung finden, weil ihre Neigung zur Welt und ihren Wegen den Herrn und Seinen Geist betrübt.« (Ebertshäuser, Seite 204)
Wie viel an Unzufriedenheit, Kraftlosigkeit und Mangel an Erfüllung ließe sich wohl vermeiden, wenn alle Halbherzigkeit und alle Kompromisse aufgegeben werden würden? Ich frage mich das oft, nicht als jemand der in diesem allem etwa vollkommen wäre, aber doch aufrichtig, wenn ich sehe mit wie viel Mühen und Not beladen Gläubige dem Herren widerstehen. Sind es diese eigenen Wege wirklich wert? Gottes Wort warnt mehrmals: »Da ist ein Weg, der einem Menschen gerade erscheint, aber sein Ende sind Wege des Todes.« (Sprüche 14,12 und 16,25; vgl. Sprüche 21,2)

Wie nötig haben wir es doch unsere Wege ernsthafter vor Gott zu prüfen; mancher Weg der einmal gerade erschien, führte am Ende doch in die geistliche Verarmung. Wie sorglos wurde so manche Entscheidung im Leben getroffen, indem unser Herz uns betrog. Wenn ich diesen Wunsch am Ende äußern darf, dann sei es, dass wir doch immer mehr begreifen mögen, wie abhängig wir doch in allem von unserem Herrn Jesus Christus sind.
Die letzten Worte, die Martin Luther an seinem Todestag niederschrieb waren diese:

»Wir sind Bettler, das ist wahr.«

Mittwoch, 14. September 2011

Lese-Tagebuch - Eintrag 10 (Teil 2/3)

Buch: Als Frau zur Ehre Gottes leben – Eine Ermutigung zu biblischem Frausein
Autor: Rudolf Ebertshäuser

Ich will an dieser Stelle einige Punkte die mir deutlich vor Augen stehen überspringen. Dies resultiert – wie schon erwähnt – aus der persönlichen Behandlung des Themas Nachfolge, dem ich die allgemeine Betrachtung unterordne. Trotzdem diesen Gedanken am Rand: Es verwundert schon, wie notwendig die Verteidigung (Apologetik) klarer biblischer Anweisung gegenüber Angriffen, aber auch Gleichgültigkeit unter Gläubigen, geworden ist. Die Überhebung des Menschen kennt hier keine Grenzen. Dies wurde mir auch bewusst bei etwas, was der Bruder über 1 Timotheus 2 schreibt:
»Auch die zusätzliche Begründung in V. 14 berührt die Tatsache, daß die Frau nicht als Haupt geschaffen wurde und es schwerer hat, Verführung zu durchschauen und schwerwiegende Entscheidungen zu treffen.« (Ebertshäuser, Seite 83)
Es gibt wohl nur wenige Frauen die diesen Umstand klar sehen und demütig anerkennen. „Adam wurde nicht betrogen, die Frau aber wurde betrogen“ (siehe Vers 14). Dies schmälert in keiner Weise die Verantwortung die Adam trug, sowohl bezüglich seiner Frau, als auch vor Gott. Der Punkt ist ein anderer: Das Gute, das Gott wesensmäßig in die Frau hineingelegt hat, beispielsweise zur Mutterschaft und Fürsorge, erweist sich in andern Punkten als Schwäche. Die Schwächen des Mannes sind andere, so muss beispielsweise ein Ehemann daran erinnert werden »wohnt bei ihnen nach Erkenntnis als bei einem schwächeren Gefäß, dem weiblichen, ihnen Ehre gebend als solchen, die auch Miterben der Gnade des Lebens sind, damit eure Gebete nicht verhindert werden.« (1. Petrus 3,7b; ElbCSV)

Es ist keine Phrase, wenn wir gesagt haben, das Mann und Frau sich (in der Ehe) ergänzen sollen. Auch darin den Schwächen des Anderen zu begegnen und gemeinsam von den jeweiligen Stärken zu profitieren. So darf sich alles wunderbar fügen.

Wenn wir so ein wenig eine Vorstellung bekommen von den wesensmäßigen Unterschieden die Gott in der Schöpfungsordnung im Menschen angelegt hat, so werden wir auch kein Problem damit haben, wenn Paulus gerade diese Ordnung anführt, um das Lehrverbot der Frau in der Gemeinde zu begründen. Es ist kein willkürliches Gebot, sondern »ein Gebot des Herrn« (s. 1. Korinther 14,37). Und wir tun gut daran es nicht nur zu beachten, sondern uns auch über die Gründe klar zu sein, warum es gegeben wurde.
»Frauen, die aus der Zurückgezogenheit und Unterordnung heraustreten, um die Stelle des Mannes einzunehmen, öffnen sich derselben Verführung des Satans wie einst Eva.« (Ebertshäuser, Seite 83)
Ich will es hier noch einmal betonen: Die Frau hat von Gott ihrem Wesen gemäß wunderbare Stärken erhalten. Gleichfalls der Mann – seinem Wesen gemäß. Nur: Dort wo vom innersten Wesen her Schwächen vorhanden sind, werden diese durch Selbstüberschätzung nicht negiert. Gerade deshalb bespreche und empfehle ich diese Bücher, weil ein biblisches Verständnis, sowohl vom Mannsein, als auch vom Frausein essentiell für die Nachfolge ist.
»Der geistliche Dienst der Frauen ist unentbehrlich für eine gesunde biblische Gemeinde, und er wird in den Augen des Herrn ganz gewiß nicht geringer bewertet als derjenige der Männer.« (ebd., Seite 90)
Auch diesen Punkt wollen wir noch festhalten! Ich erlaube mir die einzelnen Punkte, ohne die zugehörigen Erläuterungen hier anzuführen:
»Die Erziehung der Kinder«, »Ein gastfreies, gottesfürchtiges Haus«, »Gute Werke als Zeugnis für das Evangelium unter Ungläubigen«, »Persönliche Evangelisation und Teilnahme an evangelistischen Aktivitäten der Gemeinde«, »Barmherzigkeit, Hilfe und Trost für Gläubige«, »Praktische Diakonie«, »Kinderarbeit in der Gemeinde«, »Unterstützung für das Werk des Herrn«, »Gebet und Fürbitte«, »Unterstützung für den geistlichen Dienst des Mannes« (ebd., Seiten 90-92)
In einem letzten Teil wollen wir die Betrachtung des Buches dann abschließen.

Montag, 12. September 2011

Lese-Tagebuch - Eintrag 10 (Teil 1/3)

Buch: Als Frau zur Ehre Gottes leben – Eine Ermutigung zu biblischem Frausein
Autor: Rudolf Ebertshäuser
Auflage: 1. Auflage 2008; überarbeitete, erweiterte Fassung des 2003 erschienenen gleichnamigen Buches
Verlag: CLKV Verlag, Steffisburg
Seitenzahl: 220

Schon im Vorwort betont der Bruder: »Dieses Buch richtet sich nicht nur an Frauen, sondern auch an Männer. Ich halte es für sehr wichtig, daß sich auch alle der Bibel verpfllichteten gläubigen Männer mit der Lehre der Bibel über die Frau beschäftigen« (ebd., Seite 7)

An dieser Stelle möchte ich eine allgemeine Betrachtung vernachlässigen; und zwar zugunsten einiger persönlicher Anschauungen und damit auch den Gedanken des „Tagebuchs“ in diesem Eintrag stärker aufgreifen. Beachten wir, was der Autor im Folgenden schreibt:

»Viele Christen sind heute offen oder heimlich unzufrieden mit Gottes Ordnungen und hadern mit Gott; sie versuchen, Gottes Wort zu umgehen, wo es ihnen nicht gefällt, und sie ernten nur Züchtigung und Kraftlosigkeit, Not und Elend dabei. Gottes Ordnungen sind vollkommen und gut – das gilt auch für Gottes Gedanken bei der Erschaffung von Mann und Frau.« (ebd., Seite 21)
Man muss nicht immer auf andere sehen, manchmal reicht es sein eigenes Leben zu betrachten, wenn schon erfreulicherweise nicht die Gegenwart, so doch die Vergangenheit. Ohne hier ins Detail gehen zu wollen, so muss es doch deutlich gesagt werden: »Gott lässt sich nicht spotten! Denn was irgend ein Mensch sät, das wird er auch ernten.« (vgl. Gal 6,7b; ElbCSV). Und Paulus warnt uns: »Werdet rechtschaffen nüchtern und sündigt nicht, denn einige sind in Unwissenheit über Gott; zur Beschämung sage ich es euch.« (1 Korinther 15,34; ElbCSV)

»Die Frau als Hilfe des Mannes war in den Gedanken Gottes nicht eine erniedrigte Sklavin, sondern eine Fürstin (der Name »Sarah« drückt dies aus), eine Königin an der Seite ihres Mannes, berufen, mit ihm und unter seiner Autorität über die Schöpfung zu herrschen (vgl. 1Mo 1,28).« (Ebertshäuser, Seite 26)
Mir gefällt das sehr gut, zeigt es doch wie wichtig es ist, bei der Wahl des Ehepartners wirklich nach einer Entsprechung zu suchen. In der Chemie spricht man von Synergie, wenn die Wirkung zweier Stoffe kombiniert sehr viel höher ist als die Einzelwirkungen der Stoffe es vermuten lassen. Und so mancher mag dabei wohl zurecht auch an Prediger 4,12 denken.

»Lea (1. Mose 29), die zwar nicht so attraktiv wie ihre Schwester war, wohl aber die geistlichere Frau« (ebd., Seite 31)
In der Aufzählung geistlicher Frauen bin ich an der Stelle kurz hängengeblieben, weil ich mir darüber nie Gedanken gemacht habe. Man sieht immer Jakob und was er bereit ist für Rahel zu tun „weil er sie liebte“. Doch möglicherweise hatte Jakob nicht nur die falschen Prioritäten, sondern nicht einmal erkannt was er an Lea hatte. Sind wir Männer manchmal wirklich so blind?

»Unser Gehorsam hat als höchste Triebkraft die Liebe zu unserem Herrn und Erlöser: Wer nur denjenigen Geboten Gottes gehorchen will, die er auch versteht, hat das Wesen des Glaubensgehorsams noch nicht verstanden, zu dem wir berufen sind. »Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen« (Joh 14,23).« (ebd., Seite 37)
Dieser Gedanke ist mir schon seit langem wichtig. Seit ich erlebt habe, wie jemand sein eigenes Verständnis zum Götzen erhoben hat, indem diese Person alles ignorierte, was sie nicht verstand. Und schlimmer noch, bestimmte Bereiche der biblischen Lehre bewusst ausgeklammert hat. Wenn man sich nicht mit einer Sache beschäftigt, so hat sie auch keine Bedeutung für das eigene Glaubensleben. Empfinde nur ich eine solche Haltung als perfide?

»Dem fleischlichen Selbstleben ist die Unterordnung zuwider; es sträubt sich mit aller Macht gegen die Unterwerfung unter Gott wie auch gegen den Gehorsam dem Mann oder anderer Obrigkeit gegenüber.
Wir können als Gläubige dieses rebellische, eigensüchtige Ichleben nur besiegen, wenn wir es bewußt im Glauben in den Tod geben und uns als solche sehen, die mit Christus gekreuzigt sind« (ebd., Seite 61)
Eine Sache, die mir vor allem bei mir selbst in jungen Jahren aufgefallen ist, ist die, dass man dieses „rebellische, eigensüchtige Ichleben“ erst einmal als solches entlarven muss. Man kann dieses nämlich mit einem wunderbaren Deckmäntelchen schmücken und so schön fromm daherschwätzen, dass man der eigenen Selbsttäuschung erliegt. Ich halte dies für eine derjenigen Fragen in der so mancher Gläubige nie wirklich zur geistlichen Reife durchzudringen vermag. Das Wort Gottes kennt solche Illusionen nicht: »Arglistig ist das Herz, mehr als alles, und verdorben ist es; wer mag es kennen?« (Jeremia 17,9; ElbCSV). Dies ist der Hintergrund vor dem wir aufgefordert sind unser Ichleben „bewußt im Glauben in den Tod [zu] geben“, die wir „mit Christus gekreuzigt sind“.

»In unseren Gedanken und innersten Empfindungen wird entweder das lebendige, kräftige Wort Gottes den Sieg behalten und uns zur Unterwerfung unter Gottes guten Willen führen – oder aber die verführerischen Worte der Schlange, die uns Glück und Selbstverwirklichung auf dem Weg des Ungehorsams und Eigenwillens versprechen.« (Ebertshäuser, Seite 74)